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Hinfallen, aufstehen, kämpfen

EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN DES FACTORY RACING TEAMS. VON IRMO KEIZER.

World Cup Fotograf und Journalist Irmo Keizer reist mit dem GHOST Factory Racing Team um die Welt und hat einen Einblick ins Team wie kaum ein anderer. Über die Rennsaison wird er seine Eindrücke teilen und sie hier erzählen. Viel Spaß dabei.

Mit der fünften Sektdusche in Folge ist in Val di Sole in einigen Gesichtern nur ein leichtes Lächeln zu erkennen. Heute war ein harter Tag für unsere Fahrerinnen. Denn die hohen Erwartungen an sich selbst konnten die Damen heute nicht erfüllen. Sie gehen hart mit sich ins Gericht, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen. Aber ein bekanntes Gesicht ist in Val di Sole wieder aufgetaucht.

Der Unfall

Als der Jubel der Menge durch Schmerzensschreie durchbrochen wurde, konnte man die Schwere der Verletzung bereits deutlich erkennen. Marika Tovo war beim Weltcup in Nove Mesto schwer gestürzt. Sie hatte in den Monaten vor dem Rennen enormes Potenzial gezeigt und wäre in der Lage gewesen, ein gutes Ergebnis in Tschechien zu erzielen. Die Diagnose im Krankenhaus bedeutete eine drastische Wendung für ihr erstes Jahr im GHOST Factory Racing Team.

 

“Ich weiß nicht, was in Nove Mesto passiert ist. Es war ein echt überflüssiger Sturz in einer Kurve. Ich habe einen Baum gestreift und mich dann im Absperrband verheddert. Das Nächste, an das ich mich erinnere, ist ein kurzer Moment im Krankenwagen. Ich hatte starke Schmerzen. Ich erinnere mich, dass ich versucht habe, wieder aufs Bike zu steigen, aber ich konnte vor Schmerzen nur schreien, als ich es versuchte, und fiel wieder hin. Dann bin ich im Krankenhaus aufgewacht. Ich habe keine Erinnerungen an das, was dazwischen passiert ist”

 

Marika erlitt einen Bruch der Kniescheibe sowie einen Infarkt (Gewebsuntergang) des Oberschenkelknochens. Nach einer ersten Behandlung in Tschechien durfte sie nach Hause. Eine Woche später spürte Marika starke Schmerzen hinten am Bein. Im Krankenhaus stellten die Ärzte einen weiteren Bruch fest, dieses Mal am oberen Schienbein. Da das Schienbein maßgeblich an allen Bewegungen beteiligt ist, hätte diese Verletzung durchaus ihr Karriereende bedeuten können.

Der mentale Aspekt

Körperliche Schmerzen sind relativ einfach zu ertragen. Aber mentale Schmerzen können Menschen an ihre Grenzen bringen. Die Existenz eines Profi-Sportlers basiert auf Ergebnissen, Leistungen und Fortschritten. Und eine Verletzung kann Träume in Sekundenschnelle zerplatzen lassen. Das ist leider die knallharte Realität.

Als Marika die schlechte Nachricht von ihrer zweiten Fraktur erhielt, begann ihr Kampf. Die folgenden drei Wochen waren für sie die reinste Qual. Ihr wurde gesagt, dass sie mindestens zwei Monate lang überhaupt nicht Rad fahren könne. Was folgte, war eine emotionale Achterbahnfahrt. Sie machte sich Gedanken um ihre Zukunft. Und sie war natürlich traurig, dass sie nicht an Rennen teilnehmen konnte. Die Gedanken in ihrem Kopf spielten verrückt, gleichzeitig war sie nicht einmal in der Lage zu laufen.

Der Weg zurück

 

“Nach vierzig Tagen Ruhe strengt jede Bewegung an. Man ist so schnell erschöpft und die Kraft fehlt komplett. Ich musste hart arbeiten, bis meine Beine wieder zu Kräften kamen. Mittlerweile bin ich bei 47 bis 53 Prozent. Ich mache also Fortschritte.

Die Unterstützung, die ich bekommen habe, war von unschätzbarem Wert. Besonders von meinem Freund, der viel Zeit mit mir verbrachte. Ich lag anfangs nur auf dem Sofa und bemitleidete mich selbst. Aber er war für mich da, ebenso meine Familie. Und auch das Team, Tom und Andy unterstützten mich sehr. Ich habe jeden zweiten oder dritten Tag mit Andy gesprochen (Andy spricht Italienisch).

Nun bin ich wieder glücklich. Ich möchte so schnell wie möglich zurückkommen. Ich arbeite hart, aber ich will es nicht überstürzen. Ich möchte mich vollständig erholen und erst dann werde ich wieder Rennen fahren. Vor Kurzem war ich in den Bergen, habe die Natur genossen und bin Fahrrad gefahren. Ein wirklich gutes Gefühl. Jetzt will ich stärker zurückkommen als je zuvor. Ich möchte biken, ohne an mein Bein denken zu müssen. Fahren ohne Druck, aber kraftvoll und ausgeglichen. Und natürlich will ich meinen olympischen Traum verwirklichen. Ich will alles geben, hart arbeiten und wieder Spaß an MTB-Rennen haben.

(Text von Irmo Keizer. Fotos von Attention Builders - Irmo Keizer & Andreas Dobslaff.)

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