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Das Gute liegt so nah - Biken im Hunsrück

Mit Tobi Woggon und Dennis Stratmann auf Burgentour im Rheintal

Tobi und Dennis, zwei gute Freunde, waren schon an vielen Bike-Spots dieser Welt unterwegs. Im eigenen Land allerdings gibt’s noch Nachholbedarf und so entschlossen sich die Zwei, einen kurzen Bike-Trip ins Mittelrheintal zu machen und den Hunsrück zu erkunden. Eine Ode an die heimischen Trails!

Holt mich hier raus!

Mai 2020. Seit Wochen sitze ich zu Hause in Oberfranken in der Nähe von Bamberg und fahre hier und da alleine über meine Hometrails. Eigentlich sollte ich gerade irgendwo durch die italienischen Berge fahren oder in irgendwelchen nordischen Ländern auf Trailsuche gehen. Aber nichts da! Ich bin dazu verdonnert, zu Hause zu bleiben. Und zwar mit so wenig Kontakt zu anderen Leuten, wie es geht.

Und nicht nur ich, vielmehr jeder, eigentlich das ganze Land, bleibt zu Hause. Die Grenzen sind geschlossen, genau wie die Flughäfen, die Geschäfte und Bikeparks. Grund dafür ist das Corona-Virus, das überall auf der Erde zu heftigen Einschränkungen führt.

Auf einmal klingelt mein Telefon und mein Freund Dennis Stratmann ist dran: „Hey, sag mal, hast du nicht Bock auf einen kleinen Bike-Trip ins Rheintal? Man darf sich ja jetzt wieder mit mehreren Leuten draußen treffen und ich habe Bock, mal wieder wo anders Radfahren zu gehen. Das Rheintal kenne ich von einem Wander-Urlaub mit meiner Familie, da gibt es bestimmt auch coole Trails.“ Also habe ich mich ein paar Tage später mit meinem Camper aufgemacht, Dennis in Oberwesel zu treffen.

Mit dem Camper ins Mittelrheintal

Schon als ich von Süden durch das Mittelrheintal fahre, kommt es mir vor, als hätte ich Deutschland durch ein Wurmloch verlassen. Die Straße schlängelt sich wunderschön am Ufer des Rheins entlang, der von steilen Felswänden und schroffen Klippen eingerahmt wird. Über die Jahrhunderte hat sich der Fluss langsam, aber stetig in den Felsen rein gefressen und so die Landschaft geformt. Hier und da steht ein altes Schloss oder eine Burg auf den Klippen wie ein Wächter, der das Tal und den Fluss überwacht.

Circa 140 km weiter flussaufwärts bin ich aufgewachsen und war früher als Jugendlicher oft in der Region oder in Boppard Mountainbiken. Dort gab es damals schon einen kleinen Bike-Park, aber um ehrlich zu sein, hatte ich damals wohl noch nicht die Augen für die Schönheit der Natur, die mich jetzt so begeistert.

Strafe muss sein

Als ich in Oberwesel ankomme, wartet Dennis schon auf einem kleinen Campingplatz auf mich und deutet auf die Burg, ca. 200 hm weiter oben. „Lass uns da doch noch schnell hochfahren, das sind nur 200 hm und mit unseren E-Bikes ist das ja schnell geschafft.“

Gut. Aber wie soll ich es sagen…? Irgendwie habe ich wohl das E-Bike zu Hause stehen lassen und nur das normale Bike dabei. Ich hatte auch die ganze Zeit das Gefühl, als hätte ich irgendwas vergessen.

Also machen wir uns auf den Weg – Dennis, der leichtfüßig mit seinem E-Antrieb den Berg hoch gleitet und ich, der wild schnaufend irgendwie versucht, an ihm dran zu bleiben und die Wege hoch zu strampeln. Die Berge hier am Rhein sind zwar nicht besonders hoch, aber dafür um so steiler. Na ja, ein bisschen Strafe muss sein.

Ein Trail wie er im Buche steht

Als wir am nächsten Tag früh aufbrechen, um die Region zu erkunden und den ein oder anderen Trail zu fahren, führt uns der Weg als erstes auf die Schönburg, die oberhalb von Oberwesel auf einem Felsen thront. Von hier führt ein verwachsener und steiniger Trail zuerst unterhalb der Burgmauer und dann an der Kante entlang, so dass man immer den Rhein im Blick hat, bis er dann steil nach rechts in den Wald abknickt. Hätte man mir Bilder von dem Trail gezeigt, hätte ich ihn wohl eher in Ligurien oder Süd-Frankreich verortet, aber ganz sicher nicht in Deutschland.

Wir bleiben auf dem Weg, der sich auf der Hälfte des Hangs schmal durch den Wald schlängelt. Es geht immer nur ein paar Meter hoch und ein paar Meter runter, aber dennoch ist der Weg doch recht anspruchsvoll und anstrengend.

Dolce Vita im Rheintal

Mir ist das kleine Restaurant auf dem Felsvorsprung aufgefallen und ich kann Dennis kurzerhand überreden, auf einen schnellen Cappuccino dort an zu halten. Wenn sich der Trail schon nach Italien anfühlt, warum sollten wir uns nicht auch so fühlen? Und ein Cappuccino hebt in jeder Radl-Gruppe das Dolce-Vita-Barometer.

Gesagt getan. Während wir unter einer großen Linde neben einem Haus sitzen, das schon seit Jahrhunderten jedem Wind und Wetter an der Kante standhält, lassen wir den Blick über ein atemberaubendes Panorama schweifen. Und plötzlich wandelt sich unsere Bestellung einheitlich vom Cappuccino zu Flammkuchen und einer Flasche Rosé.

"Denn hey, wenn wir schon das Land nicht verlassen können, dann genießen wir das Leben doch einfach zu Hause."

Text: Tobias Woggon

Fotos: Dennis Stratmann

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