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Extremsportler Guido Kunze hat im Oktober alle 16 Bundesländer mit dem Fahrrad besucht. Auf 2335 Kilometern und 33.400 Höhenmeter hat er in sieben Tagen Spenden für 30 „World Bicycle Relief“-Fahrräder gesammelt. Und ließ sich dabei von nichts aufhalten – auch nicht von Orkantief Ignatz.

Hätte Tamara Zieschang den Extremsportler Guido Kunze gekannt, wäre sie wahrscheinlich gefasst auf das gewesen, was auf sie zukommt. Die Innenministerin aus Sachsen-Anhalt wartete vor dem Magdeburger Dom, und in dem Moment, in dem Kunze um die Ecke bog, setzte heftiger Regen ein, der zusammen mit kräftigen Sturmböen der Frisur der Politikerin zusetzte. Ein Glück, dass Kunze in Begleitung seiner Familie und eines Wohnmobils war – das den beiden einen trockenen und warmen Zufluchtsort für ihr Gespräch bot.

Lachend berichtete Guido Kunze der Politikerin dort, wie sehr er das schlechte Wetter anzieht, obwohl er eigentlich die Sonne und die Wärme mag. Und wie er jetzt schon den sechsten Tag durch Kälte, Regen und Sturm radelt. Angefangen in München durch alle Bundesländer mit dem Besuch in allen Staatskanzleien und dem Ziel in Erfurt. Seine Mission: Werbung für den Radsport zu machen und dabei Spenden für World Bicycle Relief einzusammeln, einer Organisation, die in Entwicklungsländern Menschen den Zugang zu Mobilität mit gespendeten Fahrrädern ermöglicht.

2335 Kilometer und 33.400 Höhenmeter hat Extremsportler Kunze vor sich, als er Sonntags morgens in München um 8 Uhr von Jörg Hölsch vom Bayerischen Finanzministerium und Juana Gräter von World Bicycle Relief auf die Strecke geschickt wird, die ihn über Stuttgart, Saarbrücken, Mainz, Wiesbaden, Düsseldorf, Hannover, Bremen, Hamburg, Kiel, Schwerin, Berlin, Potsdam, Magdeburg und Dresden nach Erfurt führt.

So sehen Herbstferien in der Familie eines Extremsportlers aus: Das Zuhause in Thüringen wird gegen ein Wohnmobil getauscht, das Leben spielt sich eine Woche lang auf 7,5 Metern Länge und zweieinhalb Metern Breite ab. Guidos Ehefrau Gaby fährt geduldig das „Schiff“ auch in die entlegensten Ecken, kümmert sich um alles Organisatorische und um die Verpflegung. Sohn Marvin steigt hin und wieder mit aufs Rad, um dem Herrn Papa Gesellschaft zu leisten. Und Marvins kleiner Bruder Melvin vertreibt sich hinten im Womo mit allen möglichen elektronischen Begleitern die Zeit.

Das alles fühlt sich für alle Beteiligten wie ein schön aufregendes Abenteuer an, zumindest bis der Deutsche Wetterdienst Sturmtief Ignatz ankündigt. Schon ab Mainz beginnt es zu regnen, der Wind wird immer stärker, die Bedingungen entfernen sich immer mehr von dem, was einen Oktober golden machen würde, das Abenteuer wird mehr und mehr zur Strapaze. Aber Guido lässt sich nicht unterkriegen. Er ist schon das Race Across America gefahren. 5500 Kilometer quer durch die USA. Über eine Woche lang quasi ohne Schlaf. Oder 24 Stunden lang gegen eine Rolltreppe gelaufen. Mehr als 60.000 Stufen. „Ob du durchhältst, hängt nur von mentaler Stärke ab“, sagt er. Auch wenn’s draußen immer ungemütlicher wird, motiviert ihn, dass er in Nordrhein-Westfalen von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ebenso hochrangig empfangen wird wie in Kiel von Innenminsterin Sabine Sütterlin-Waack. Trotz der Strapazen lässt sich Guido die Laune nicht verderben, hat immer ein Lächeln auf den Lippen und trägt seinen unerschütterlichen Humor im Herzen: „Wenigstens hab ich Rückenwind“, sagt er zu dem Sturm, der einen Tag lang den Bahnverkehr im ganzen Land massiv beeinträchtigt. Guidos „Deutschland-Tour extrem“ aber nicht.

Während es im Wohnmobil immer ungemütlicher wird, spult Guido draußen weiter stoisch sein Programm ab. Auf Wäscheleinen trocknen langsam seine durchnässten Klamotten, während es weiter schüttet und stürmt. Als der Regen endlich nachlässt, erreicht Guido die Hauptstadt. Rotes Rathaus, Kanzleramt, Reichstag und Brandenburger Tor bilden die imposante Kulisse für seinen Berlin-Besuch. Von der FDP haben sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki und Parteichef Christian Lindner angekündigt – müssen aber kurzfristig absagen. Die Pflicht, an einer neuen Regierung zu basteln, lässt ihnen nicht den nötigen Freiraum. Dafür erntet Guido so manchen staunenden Blick von den Teilnehmern der Fridays-for-Future-Demo, die sich gerade vor dem Brandenburger Tor versammeln.

„Ich weiß nicht, was besser ist: Regen und Rückenwind oder Kälte und Gegenwind“, sagt Guido, der jetzt zwar weitgehend trocken bleibt, sich aber Richtung Potsdam und Dresden auf elendig langen Geraden mit teilweise nicht mal 20 Stundenkilometern vorankämpft. Im Wohnmobil gibt’s immerhin mal eine Fünf-Minuten-Terrine zur Stärkung und in Dresden eine erholsame Nacht im Wohnmobil, weil Guido allen Widrigkeiten zum Trotz gut im Zeitplan liegt. Und am Morgen – welch Luxus – das erste Mal seit sechs Tagen ein Frühstück mit der Familie im Restaurant.

Auf der Zielgeraden Richtung Erfurt fährt Guido in einen malerischen Sonnenuntergang. Der Herbst präsentiert sich plötzlich in all seiner bunten Pracht, als wolle er dem Extremsportler Respekt zollen für seine Leistung.

Guido rollt entspannt auf Thüringens Hauptstadt zu. An der Staatskanzlei empfangen ihn viele Freunde, ein Fernsehteam des MDR und die Landtagsabgeordnete Laura Wahl von Bündnis 90/Die Grünen. Wahl hat einen Spendenscheck für eines – von insgesamt 30 Spenden-Fahrrädern ¬– im Gepäck, die Fernsehleute verfolgen das Geschehen interessiert mit der Kamera und vom jungen Theo erhält Guido eine selbstgebastelte Medaille auf der steht: „Weltmeister Guido. Du bist ein Star.“

Da stellt sich dann nur die Frage, wie das alles im nächsten Jahr noch werden soll. Dann plant Guido Kunze nämlich die gleiche Strecke in einem Stück zu fahren – und damit einen Rekord fürs Guinnessbuch der Rekorde aufzustellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er es schafft, dürfte ebenso groß sein, wie die, dass es dabei regnen wird wie aus Kübeln.

 

Möchtest du Guido bei seinem Projekt unterstützen? Erfahre hier mehr über die Aktion.

Text und Fotos: Jens Vögele

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