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Oli Sonntag liebt es, an unbekannte Orte zu reisen. Dieses Mal verschlägt es ihn auf die Azoren Insel Sao Miguel, westlich von Portugal, mitten im Nordatlantischen Ozean. Dort findet ein 6-tägiges Enduro Rennen statt, bei dem die gesamte Insel mit dem Bike im Renntempo erkundet wird - und das, ohne die Strecke zu kennen. Mittendrin: Oli und sein GHOST Riot Full Party.

Von Oli Sonntag

Ich liebe es an unbekannte Orte zu reisen. Die Azoren Insel Sao Miguel ist einer davon. Westlich von Portugal, mitten im Nordatlantischen Ozean liegt diese kleine Insel, von der ich noch nie gehört habe. Alles, was ich darüber weiß ist, dass genau dort ein 6-tägiges Enduro Rennen stattfinden soll. Mittendrin: Mein GHOST Full Party Bike und ich. Ziel ist es die gesamte Azoren Insel mit dem Bike im Renntempo zu erkunden.

Kleines Handicap war, dass das ganze blind stattfindet. Das heißt außer ein paar Hinweisen der Veranstalter zu Beginn der Stages blieb es spannend, was uns auf den Abfahrten erwarten würde.

Man sollte meinen, dass wenn man sich gut ein halbes Jahr vorher zu solch einem Rennen anmeldet, man genügend Zeit hätte sich körperlich (konditionell als auch krafttechnisch) vorzubereiten. Nun ja, die Bike Saison war im vollen Gange und der Alltag als Mountainbike Trainer ist oftmals ziemlich monoton, was die eigene körperliche Belastung angeht. Somit war meine Grundlagenausdauer sicher gut, doch Zeit für zusätzliches Kraft- und Ausdauertraining (welche mir bei diesem Rennen sicherlich geholfen hätte) war leider keine mehr übrig.

Wo ich einen besseren Job geleistet hatte, war mein Rad der Wahl auf den harten Einsatz vorzubereiten. Bei unbekanntem Gelände und langen Abfahren war für mich die Wahl meines Enduro Bikes eindeutig: Mein GHOST Riot Full Party Enduro.

  • Ausreichend Federweg
  • Robuste Komponenten
  • Angenehme Sitz- und Fahrposition für lange Tage im Sattel

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich eine gute Zeit bei einem Enduro Rennen aus einem wesentlichen Bestandteil zusammensetzt: Konstanz – das bedeutet für mein Rad: Keine Pannen!

Das Enduro Bike von GHOST ist mir bis jetzt genau so, wie ich es bekommen habe, ein treuer Begleiter und hat mir einigen Abfahrten Spaß beschert.

Für dieses Next Level Abenteuer habe ich mein Renngerät aber nochmal gepimpt:

  • Umbau der Reifen auf Schlauchlos
  • Ein Durchschlagschutz fürs Hinterrad
  • Ein Reifen mit DH Karkasse am Vorderrad
  • Frische Bremsbeläge
  • Größere Bremsscheiben

 

Für meinen Rucksack gab es:

  • Minitool
  • Luftpumpe & CO2 Kartusche
  • 2 Liter Trinkblase
  • Erste Hilfeset
  • Reifenreparatur Plugs
  • genügend Energieriegel
  • einen integrierten Rückenprotektor

Sachen gepackt, das Rad in den Bike Koffer und ab zum Flughafen. Leider konnten meine 2 Kollegen, mit denen ich das Rennen gemeinsam bewältigen wollte, nicht mitkommen. Wäre sicherlich noch eine größere Gaudi gewesen, doch später lernte ich so gut wie alle Teilnehmer des Rennens kennen und musste nicht auf das Gefühl eines gemeinsamen Abenteuer verzichten. Insgesamt verbrachte ich die Tage mit 40 TeilnehmerInnen gemischt aus sämtlichen Ländern. Neben ein paar Profis aus England und der Schweiz war gefühlt jedes europäische Land vertreten. Auch aus Südafrika und Amerika waren die Leute angereist. Die Flugverbindung von Deutschland auf die Azoren geht meist über Lissabon und nach gut 6 Stunden inkl. Zwischenstop bin ich am Vorabend des Rennens auf Sao Miguel gelandet. Mein erster Eindruck der Insel war vor allem von einer Farbe geprägt: Grün!

An unserem Camp angekommen hatten sich die meisten schon organisiert und tauschten sich über ihren ersten Tag auf dem Bike aus. „Ziemlich technisch und rutschig“ war deren Meinung über die kleine Testrunde, die sie absolviert hatten. Mit einem Bärenhunger setzte ich mich in die gemeinsame Runde zum Abendessen.

Mit Kopflampe und vollem Bauch baute ich mein Rad zusammen und richtete mein Zelt ein. Ich war sehr gespannt was uns in der kommenden Woche erwarten würde!

Nach dem Frühstück eröffnete der Veranstalter die Rennwoche und wir starteten ins Ungewisse. Leider war das Zeitnahmesystem nicht rechtzeitig angekommen und die Stages wurden von Beginn an mit der Variante „oldschool“ getimet (Das heißt konkret, am Start wird die Uhrzeit aufgeschrieben und beim Durchfahren der Ziellinie, ein ziemliches Durcheinander wie sich später herausstellte). Wir waren also auf dem Weg zu unserer ersten Stage als ich mir meine Strategie für die kommenden Tage zurechtlegte:

„Lass es langsam angehen, teile dir deine Energie ein und genieße es!“

So startete ich in die erste Stage der Transatlantis, welche im Übrigen zum ersten Mal stattfand.

Ursprünglich wäre das Rennen über mehrere Inseln gegangen. Doch die Fähren sind aus Corona Gründen nicht gefahren. In diesem Moment hatte ich jedoch etwas anderes im Sinn denn ich war bereits mit Vollspeed durch die Kurven und Rinnen des ersten flowigen Trails gedonnert. Wie war das nochmal mit langsam angehen lassen? Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht und dachte mir: Endlich mal wieder Rennluft schnuppern! (Es war mein erstes Rennen in diesem Jahr).

In der nächsten Stage musste ich dann auch bitterlich feststellen, dass ich zurück zu meiner ursprünglichen Strategie gehen musste. Riesige glitschige Steine, steiles technisches Gelände und querliegende Baumstämme führten dazu, dass ich zweimal von meinem Bike getrennt wurde. Beim letzten Mal sogar unangenehm auf den Rücken. Zum Glück hatte ich einen Protektor im Rucksack! Ich war also wieder geerdet und schaltete vorerst einen Gang zurück. Spaß hat es aber trotzdem gemacht!

Nachdem unser Shuttlefahrer verschlafen hatte, konnten wir die Aussicht auf den höchsten Punkt der Insel genießen, bevor unsere Bikes via LKW angeliefert wurden. Hier ticken die Uhren wohl ein bisschen langsamer dachten wir, bevor wir in eine erste sehr anspruchsvolle und lange Stage in den Tag starteten. Zu Beginn war es für alle Profifahrer schwierig die Spur zu halten, da viele kleine Rillen bei hohem Tempo zum Rodeo Ritt wurden. Daher war nur abzuwarten, wann es den ersten Reiter von seinem Ross werfen würde.

Am Ende der Abfahrt machte schmieriger Schlamm eine Fahrt ohne verklebte Reifen und Traktion unmöglich und wir mussten manche Stellen auf dem Po rutschend nach unten.

Schon eine Gaudi, wenn auch nicht ganz ungefährlich. Im Laufe der nächsten Tage waren immer wieder absolute Trail Schmankerl dabei. Aber auch solche, die vielen nicht so viel Spaß bereiteten, da der Regen sein Unheil verrichtete und nur die mit sehr guter Balance auch fahrend runtergekommen sind. Zum Glück fahre ich gerne im Matsch. Auch wenn die Schmierseife, die uns von oben bis unten eingekleidet hat, next Level für mich war

In diesen Tagen befand sich mein Körper im Überlebensmodus. Nachdem meine Beinmuskulatur solche Belastungen nicht gewohnt war, war ich am Abend damit beschäftigt diese mit der Blackroll halbwegs in Ordnung zu bekommen und überdurchschnittlich viel Nahrung zu mir zu nehmen, um die Energiespeicher aufrecht zu halten. Die nassen Klamotten im Zelt wollten auch nicht trocknen und so war ich mit diesen wenigen Aufgaben -neben der Bewältigung von harten und rutschigen Abfahren- gut beschäftigt.

Ein Glück wartete der rote Bierwagen am Ende der Tage auf uns, um gemeinsam auf dieses wilde Abenteuer anzustoßen. Dass es auf einer subtropischen Insel regnet, ja damit war zu rechnen, doch über so viel Regen in dieser Jahreszeit hatten selbst die Locals gestaunt.

Unser Camp wanderte mit Hilfe der Veranstalter an mehrere Orte über der Insel und so bewegten wir uns allmählich von Osten nach Westen. Auf jeden Fall kann ich sagen, in kürzester Zeit sehr viel (vor allem Dschungel) von der Insel gesehen zu haben. Auf dem Rad erkundet man einfach am effizientesten.

Als hätte die Insel es sich absichtlich für das Grande Finale aufgehoben, bekamen wir am letzten Tag noch Sonne zu sehen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge starteten wir erschöpft in unseren letzten Tag. Die erste Stage war so wie ich es mir die ganzen Wochen vor dem Rennen vorgestellt hatte. Wunderschöner Dschungel, durch den sich ein flowiger spaßiger Singletrail schlängelte. Die klare Sicht ermöglichte uns ein rasantes Fahren vom feinsten. Was für ein Spaß! Die Strapazen der Vortage hatten sich in Nullkommanichts aufgelöst und die Party-trains, bei denen ich gemeinsam mit ein paar der Dudes die Stages unsicher machte führten dazu, dass ich mir sicher war, dass das nicht das letzte Mehrtages Enduro Rennen war, bei dem ich teilgenommen habe.

 

 

 

Als verwöhnter Bamberger, was die Braukunst des Bieres angeht, schmeckte das portugiesische flüssig Gold an diesen Tagen ebenso gut wie das aus der Heimat und mit Blick auf den Atlantik konnten wir unsere Woche gemütlich ausklingen lassen. Wenn man dem „oldschool“ Zeitnahmesystem vertrauen kann, bin ich sogar recht zufrieden mit meiner Platzierung. 5Ter Platz nach den schnellen Engländern und Schweizern ist für mich super! Bis auf eine verbogene Bremsscheibe, die sich richten ließ und ein paar kleinen Patzern auf den Stages hatte ich wahrscheinlich als einziger keinen technischen Defekt an meinem Rad und war zufrieden mit meiner sportlichen Leistung!

Das war für mich neben einem Alpencross von Genf nach Nizza die körperlich anstrengendste Woche, die ich bisher auf meinem Rad erleben durfte. Bei keinem Rennformat bekommt man mehr unterschiedliche Trails unter die Stollen und lernt gute Freunde kennen, die sich gegenseitig unterstützen und ihrem liebsten Hobby nachgehen.

Eine spannende Art eine Insel zu erkunden und definitiv eine Challenge, nicht nur für die Teilnehmer, auch für die Veranstalter. Ich hatte jedenfalls eine super Gaudi und Freude daran, mein GHOST Riot im Renntempo zu bewegen. Nächstes Trans-Endurorennen, ich komme!

Text: Oli Sonntag

Fotos: João Fanzeres, Riley Seebeck, Marc Muhrkmedia

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